Hypertrophe Cardiomyopathie
Die HCMP gilt als die häufigste Herzerkrankung der Katze. Eine Disposition besteht bei der Europäischen Kurzhaarkatze. Bei der Britischen Kurzhaarkatze gilt die Disposition als wahrscheinlich. Bei verschiedenen anderen Katzenrassen sind die Untersuchungen im Gange (z.B. Waldkatzen). Bei der Main-Coon-Katze wurde bislang ein Allel mit autosomal dominanter Vererbung identifiziert. Es ist jedoch bisher unbekannt, wie viele Gene/Allele für die Krankheit verantwortlich sind (beim Menschen sind es über hundert!).
Was ist eine HCMP?
Eine Hypertrophie (Verdickung) der Herzmuskelfasern führt zu einer fokalen (auf ein bestimmtes Gebiet beschränkte) oder gesamthaften Verdickung einer Herzmuskelwand. Es kommen Verdickungen sowohl einseitig im linken Herzen wie auch beidseitig vor. Im Verlauf des Muskelwachstums kommt es zur Verkleinerung des Herzlumens (der „Höhle“, in der sich das Blut aufhält, resp. weitertransportiert wird). Durch das Muskelwachstum kann die Herzwand nicht mehr richtig erschlaffen. Das führt zu einem Überdruck im Vorhof, der sich daraufhin erweitern kann. Im Endstadium der Erkrankung kann es häufig zu Vorhofflimmern kommen. Ausserdem besteht eine grosse Gefahr der Thrombenbildung.
Verlauf der Krankheit
Bereits bei sehr jungen und mittelalten Katzen ist ein plötzlicher Herztod möglich. Bei klinisch auffälligen Tieren fallen vor allem die schlechte Fresslust bis hin zur totalen Futterverweigerung mit Gewichtsverlust auf. Bei schon geringer Belastung zeigen die Katzen Hechelatmung. Werden die Katzen einer besonderen Belastung ausgesetzt, z.B. der Narkose für die Kastration oder einen anderen chirurgischen Eingriff, erholen sie sich sehr schlecht, d.h. die Krankheit wird manifest: die HCMP war schon vorhanden, zeigt sich aber nun auch klinisch durch stärkere Belastung. Durch die Gefahr der Thrombenbildung kann es zu plötzlicher Lähmung und Gefühlslosigkeit z.B. der Hintergliedmassen kommen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die beste Behandlung ist immer die Vorsorge. In unserem Fall heisst dies, dass Katzen, welche einer disponierten Rasse angehören, z.B. vor einer Narkose auf HCMP untersucht werden sollten. Lässt sich die Narkose hinausschieben (z.B. bei einer Wahloperation wie der Kastration), kann die Katze vorgängig mit einem Herzmedikament behandelt werden. So wird zwar die Katze nicht geheilt, aber die Symptomatik kann unterdrückt werden, d.h. die Katze kann mit dem Narkosestress besser umgehen. Erkannte (chronische) Erkrankungen sollten immer mit dem entsprechenden Herzmedikament behandelt werden.
Schlussfolgerung
Die HCMP kann nicht geheilt werden. Bei frühzeitiger Erkennung kann aber eine Therapie eingeleitet werden (lebenslänglich!), welche zwar keine Garantie für ein langes Leben gibt, aber sowohl die Lebensqualität verbessert als auch die Lebensdauer der Katze verlängern kann.

