Durchfälle

 

«Durchfall» ist einer der häufigsten Gründe, den Tierarzt aufzusuchen. Die Ursachen sind mannigfaltig. «Harmlose» Durchfälle können bei allen Haustieren schnell zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Deshalb erscheint es wichtig, sich bei einem Durchfall richtig zu verhalten.

Grund für einen Durchfall kann schon die Aufnahme einer ungewohnten Nahrung sein. Vor allem junge Hunde nehmen auf dem Spaziergang alles auf, was ihnen vor die Schnauze kommt. Es muss nicht immer Gift sein, auch «Ungewohntes», Reizstoffe, Schnee usw. reichen aus, um das Darmklima durcheinander zu bringen. Sowohl virale wie auch bakterielle Infektionen können zu schweren Störungen des Wasserhaushaltes führen. Hunde und Katzen werden zunehmend apathischer und magern ab.

Auch Parasiten (Würmer, Einzeller) können zu Durchfall führen. Einerseits werden unsere Haustiere aber in den letzten Jahren viel regelmässiger entwurmt, andererseits ist die Ansteckungsgefahr deshalb grösser, weil deutlich mehr Hunde auf immer kleineren Räumen «Gassi» gehen.

Chronische Durchfälle sollten nicht nur behandelt, sondern medizinisch abgeklärt werden. Die Behandlung eines Durchfalls richtet sich natürlich nach den Ursachen. Diese sind häufig nicht sofort zu erkennen. Deshalb einige Tipps:

  • Erste Massnahme ist immer eine Nahrungskarenz, d.h. der Hund/die Katze erhalten 24 Stunden kein Futter. Dadurch kann sich der Darm häufig erholen und verträgt in der Folge wieder Futter, das häufig in kleinen Portionen verabreicht werden sollte. Als «Erstnahrung» empfiehlt es sich, reichlich Kohlenhydrate (Teigwaren, Polenta, Reis, Kartoffelstock, alles gut verkocht) und wenig Fleisch zu geben. Sobald die Kotform wieder normal ist, kann schrittweise auf die normale Nahrung übergegangen werden. Als Getränk eignet sich schwacher, ungesüsster Schwarztee oder eine Gemüsebouillon, gelegentlich auch Cocacola.
  • Bei mit den «Hausmitteli» nicht stillbaren Durchfällen sollte spätestens am dritten Tag Hilfe gesucht werden. Dies gilt vor allem dann, wenn Ihr Hund/Ihre Katze apathisch werden und auch nichts mehr essen wollen, oder deren Körpertemperatur (rektal gemessen) über 39 Grad beträgt. Bei starken Blutbeimengungen sollten Sie den Besuch beim Tierarzt nicht mehr aufschieben.

In vielen Haushalten sind Medikamente für den menschlichen Gebrauch vorhanden, und oft ist man versucht, diese auch bei den eigenen Tieren anzuwenden. Vorsicht! Nicht alle Medikamente, welche für den Menschen gemacht sind, eigenen sich unbedenklich auch für Hund und Katze! Erkundigen Sie sich also bei Ihrem Tierarzt, ob Sie ein solches Medikament auch einsetzen dürfen und in welcher Dosierung!
Ich wünsche Ihnen viel Spass mit Ihren Vierbeinern und freue mich schon jetzt auf unsern nächsten Kontakt.


Ihr Dr. G. Klaus

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