HEIMTIERE

Es wird immer schwieriger, Hunde oder Katzen zu halten. Hunde werden zunehmend Opfer der «Hundefeindlichkeit», ihr Lebensraum wird immer mehr eingeschränkt, eine dem Hund angepasste Lebensqualität immer mehr in Frage gestellt. Katzen, vor allem in städtischen Gebieten, sind bei vielen Hausbesitzern nicht willkommen oder sogar verboten. Und doch möchten so viele Menschen ein Tier bei sich haben, um nicht ganz allein zu sein. Das Spektrum der Heimtiere ist unendlich gross.

Meerschweinchen
Die zierlichen kleinen Wollknäuel gehören wohl zu den am meisten gehaltenen Heimtieren in unserer Region. Aus den Anden (3000 m ü.M.) wurden sie vor langer Zeit zu uns gebracht. Es sind bewegungsaktive Nager, die gerne in Gruppen leben. Eine Einzelhaltung entspricht absolut nicht ihrem Wesen. Der Bewegungsdrang ist gross, und schon deshalb ist es nicht angezeigt, sie in kleinen Pferchen zu halten (denken Sie daran: die vom Gesetz vorgeschriebene Minimalfläche für die Haltung eines Tieres ist eben wirklich ein Minimum und muss keineswegs den echten Bedürfnissen eines Tieres gerecht werden).

Ein grosses Problem der Meerschweinchen sind Fehlstellungen der Zähne. Zu schräg gestellte Zähne neigen dazu, Spitzen gegen die Zunge oder gegen die Backe zu bilden. Dies ist nicht so sehr in einer Fehlernährung zu suchen, sondern hängt sicher weitgehend mit der Vererbung zusammen. Die Tiere essen  nicht mehr richtig, magern ab und sind bald in einem Zustand, der eine Behandlung schwierig macht, braucht es dazu doch fast immer eine Narkose.

Aber das ist ja nur eine mögliche Erkrankung der Meerschweinchen. Wie bei allen anderen Tieren können alle Organe erkranken: Magen-Darm-Apparat, Herz, Lunge, Geschlechtsorgane usw. Parasiten der Haut dürfen in diesem Zusammenhang nicht  vergessen werden.

Wie immer gilt auch hier: beobachten Sie Ihren Mitbewohner möglichst gut: je früher Sie eine Veränderung erkennen, desto grösser ist die Chance, auch eine effiziente Therapie einleiten zu können. Wenden Sie sich also frühzeitig an uns, wir helfen Ihnen gerne.

Kaninchen
Kaninchen gehören zu den Wuscheltieren, die sehr gerne in Wohnungen gehalten werden. Im Gegensatz zu den Feldhasen (und Meerschweinchen) sind sie Nesthöcker, die noch lange von der Betreuung der Mutter abhängig sind.

Alle Kaninchen graben gerne. Das wirft sofort die Frage auf, ob es wirklich korrekt ist, sie in der Wohnung zu halten; legen wir doch Wert darauf, unseren Heimtieren eine möglichst optimale Umgebung zu bieten.

Die Krankheiten der Kaninchen ähneln jenen der Meerschweinchen sehr. Eine der häufigsten Veränderungen betrifft gleichermassen die Zähne. Oft kommt es soweit, dass die Tiere nicht mehr gut essen oder jedes Futter verweigern. Die Zähne wachsen krumm, bilden Abszesse, ausgehend von den Zahnwurzeln und verhungern elend, wenn man ihnen nicht die entsprechende Hilfe gibt.

Wenn Kaninchen und Meerschweinchen auch sehr grosse Ähnlichkeiten aufweisen: in ihrem sozialen Gefüge sind sie sehr verschieden. Deshalb ist es (z.B. um Nachwuchs zu verhindern) absolut nicht richtig, ein Kaninchen und ein Meerschweinchen im gleichen kleinen Gehege zu halten. Ist das Gehege grösser (siehe Eingang unserer Klinik), ist es durchaus möglich, einige Meerschweinchen und einige Kaninchen zusammen zu halten.

Sollten irgendwelche Fragen auftreten: zögern Sie nicht, nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Kleine Nager
Kleine Nager gibt es in vielen Variationen: ob es sich um Ratten, Hamster oder Japanische Tanzmäuse handelt, ihnen allen ist eines gemeinsam: ihre Lebensdauer ist sehr beschränkt. Das liegt nicht etwa an einer fehlerhaften Haltung, sondern ist im Wesen der Tiere begründet. Daran sollten Sie auf jeden Fall denken, wenn Sie einen so kleinen Genossen bei sich aufnehmen wollen.

Wie bei allen Tieren können auch bei den kleinen Nagern alle Organe erkranken. Besonders bei den Ratten sind die Tumore sehr gefürchtet und in der Tat, sie sind häufig sehr bösartig.

Aufgrund der Grösse der Tiere ist eine wirksame Therapie oft mir erheblichen Schwierigkeiten verbunden. In der Chirurgie ist es die Narkose, die Schwierigkeiten machen kann, in der inneren Medizin die Dosierung der Medikamente, die halt oft für grössere Tiere entwickelt wurden. Deshalb einmal mehr: melden Sie sich schnell, wenn Ihr Tierchen eine Verhaltensveränderung zeigt.

Vögel
Ähnlich wie bei den kleinen Nagern ist die Artenvielfalt der Vögel fast unermesslich. So sind denn auch Vögel jeder Art und Gattung häufig unsere Patienten.

Wir sehen im Alltag von den ganz kleinen Zebrafinken bis hin zu grossen Papageien oder Raubvögeln fast alle Arten. Obwohl es alle Vögel sind, haben sie ganz unterschiedliche Lebensweisen und Ansprüche – und deshalb auch andere Krankheiten. Die am häufigsten gehaltenen Vögel dürften die Wellensittiche sein. Neben den allgemeinen Krankheiten aller Tiere mangelt es gerade dieser Art oft an Bewegung. Denken wir daran, dass Wellensittiche in Australien oft 40 Kilometer zurücklegen, um an eine Wasserquelle zu kommen. Und dies zweimal täglich. Das ergibt eine Flugstrecke von täglich um die 160 Kilometern! Wie beschämend ist es also, ein solches Tierchen in einem Käfig zu halten, dessen Durchmesser gerade mal 30 Zentimeter misst…

Sehr viele Vögel sind «Schwarmtiere», zu vergleichen mit Säugern, die immer in Gruppen leben. So erscheint es als Tierquälerei, gerade papageienartige als Einzeltiere zu halten. Der Einwand «dann lernt ja mein Cocceli nie zu sprechen» muss entschieden abgelehnt werden!

Papageien sind wie alle andern Tiere nicht zu unserer Unterhaltung geboren, sondern für ihr Eigenleben!

Wasservögel wie Enten, Schwäne usw. werden eher selten privat gehalten. Sie müssen deshalb zu den «Wildtieren» gezählt werden. Und doch kommen sie gelegentlich als Patienten mit ihren eigenen Erkrankungen in die Klinik. Wir haben verschiedene Mitarbeiter, die sich bestens in den Belangen der Wasservögel auskennen. Ziel einer Behandlung kann nur sein, der Ente, dem Schwan wieder ein Leben zu ermöglichen, das seiner Art entspricht.

Reptilien
Schlangen und Echsen in ihrer ganzen Vielfalt werden zunehmend immer häufiger als Haustiere gehalten. Nachfolgend beschränken wir uns auf die generelle Problematik.

Das häufigste gehaltene Reptil ist wohl die Schildkröte. Anspruchslos kann sie uns Menschen den ganzen  Sommer über erfreuen, wächst und gedeiht und wird doch oft in ihrem Wesen überhaupt nicht erfasst. Wie bei so vielen, vor allem in Terrarien gehaltenen Tieren, lassen sich die meisten Krankheiten auf Haltungsfehler zurückführen. Bei der Schildkröte ist dies in den allermeisten Fällen eine massive Überfütterung vor allem in den ersten Lebensjahren. Daraus resultieren unter anderem auch die stark überhöhten und zum Teil arg missgestalteten Panzer.

Wenden Sie sich bei allen Fragen an uns: entweder können wir Ihnen selber helfen, oder sicher können wir Sie an die entsprechenden Stellen verweisen, die Ihnen kompetent Auskunft geben können.

Sehr beliebt sind immer mehr verschiedenste Terrarientiere. Echsen, Schlangen bis hin zu Vogelspinnen, aber auch Amphibien der verschiedensten Arten zieren die Wände vieler Wohnungen. Normalerweise sind die Terrastriker gut über die Tiere informiert, die sie halten. Aber auch hier gilt: die meisten Krankheiten sind auf Haltungsfehler zurückzuführen. Deshalb ist es ausserordentlich wichtig, die Lebensgewohnheiten der Tiere zu kennen, insbesondere geht es natürlich um Luftfeuchtigkeit und Temperatur, Untergrund, Bäder, Klettermöglichkeiten, artgerechte Fütterung usw. Es lohnt sich also auf jeden Fall, die vielfältige Literatur zu studieren, bevor ein Tier in Obhut genommen wird. Gilt dies für alle Tiere, dann sicher besonders für die Terrarientiere. Sie können sich so viel Ärger und Not ersparen. Erkundigen Sie sich auch nicht nur über die Anschaffungs-, sondern auch über die Unterhaltskosten.

Löwen, Tiger und Leoparden sind nicht gerade als häufige Gäste in unserer Klinik zu begrüssen. Und doch kommt es immer wieder vor, dass so exotische Tiere privat gehalten werden, z.B. auch Waschbären und Skunks. Noch mehr als bei den übrigen Tieren sind die Tierärzte auf sehr genaue Beobachtungen der Besitzer oder Pfleger angewiesen, denn normalerweise können solche Tiere nur in Narkose genau untersucht werden, wobei die Narkose ohne vorhergehende Untersuchung des Herzens z.B. wieder ein erhöhtes Risiko darstellt.

Für sehr viele der oben erwähnten Tiere muss eine Haltebewilligung eingeholt werden, die garantieren soll, dass die Tiere auch artgerecht gehalten werden und auch keine Gefahr für die Umwelt bilden. Erkundigen Sie sich deshalb vor der Anschaffung beim kantonalen Veterinäramt.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
8–12 und 13.30–18 Uhr
Samstag 8–12 Uhr

24-Stunden-Notfalldienst:
Telefon +41 (0)61 921 66 66
Telefax +41 (0)61 921 66 96
Ausserhalb Sprechstunde:
Telefon +41 (0)900 66 66 01

Kleintierklinik Klaus AG
Benzburweg 9
CH-4410 Liestal
klauspraxis@bluewin.ch